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Kapsajoki Finnland Juli 2026
#1 Kapsajoki Finnland Juli 2026
Hier ein kleiner Bericht von unserer Tour Juli 2026 in Nordfinnland auf dem Fluss Kapsajoki
Fotos findet man in der Bildergalerie
Gereist sind neben meiner Wenigkeit (65), meine Frau (63) und unser Sohn (29). Die Anreise nach Finnland erfolgte mit Autos und Fähre von Travemünde nach Helsinki. Da uns unser Sohn begleitete und er mit seinem eigenen Auto anreiste, weil er danach noch in den Bergen Nordschwedens wandern wollte, brauchten wir uns keine Gedanken machen über den Rücktransport zur Einsetzstelle.
6.7. Wir kommen in Levi an und hatten dort vorab eine Hütte gemietet. Dort beladen wir ein Auto mit der Kanuausrüstung.
7.7. Ein Fahrzeug bringen wir zu unserem späteren Zielort an der Brücke bei Kaukonen am Ounasjoki. Mit dem anderen fahren wir zur Einsatzstelle am Pyhäjärvisee. Da die letzten 500 m bis zum Laavu mit dem Auto nicht fahrbar sind, bauen wir den Kanadier (Pakcanoe 170) auf und bringen ihn mit dem Bootswagen zum See. Das Kajak Pakboats Quest 150 bauen wir am See auf. Mit allem werden wir gegen 17 Uhr fertig und beschließen dort unsere Zelte aufzubauen.
8.7. Alles einpacken und Frühstücken dauert, bis wir gegen 12 Uhr starten können. Der See ist schnell überquert. Die Ausfahrt ist eng und so bleibt es auch einige Kilometer. Der Fluss ist stellenweise nicht breiter als der Kanadier lang ist und er mäandert sehr stark durch Schilf und Sümpfe. Bald erreichen wir eine alte Hütte mit einer kleinen Brücke, danach eine enge Schnelle, der Fluss strömt ab hier ziemlich lebhaft. Die Durchfahrten sind oft eng und manchmal müssen wir auch treideln. Bäume liegen auch quer über dem Fluss, die wir umlaufen, die Boote schieben wir durch. An der nächsten Hütte machen wir Mittag, gegen 18 Uhr erreichen wir die Hütte Kujerivaaran. Wir Kanadierfahrer (Frau und ich) haben Trockenanzüge an, das Ausziehen derer und Anziehen der anderen Sachen draußen reicht aus, das die Mücken über uns herfallen. Unser Sohn zieht sein Neopren in der Hütte aus und hat das Problem nicht. Da wir beim Thema Mücken sind kann ich gleich dazu was schreiben. Wir waren schon oft zu dieser Jahreszeit unterwegs, aber die Mücken am Kapsajoki waren schon unglaublich viel und teils auch agressiv, was wir sehr selten so erlebt haben, zeitweise waren sie auch auf dem Wasser wenn wir paddelten. Da wir immer wenn erlaubt und machbar über offenem Feuer kochen, lassen wir uns schon was einfallen um Gerichte aus frischen Zutaten ergänzt durch konservierte Nahrung zu zubereiten. Ich stellte fest das wir keine Kartoffeln gekauft haben, die Bestandteil fast jedes Abendessen sind, dann müssen wir eben improvisieren.
9.7. Nach den üblichen Rühreiern, Bohnen, Speck, Kaffee, Tee Frühstück starten wir gegen 11:30. Diesmal haben wir ein echtes Hindernis zu überwinden, ein dicker Baum liegt quer über dem Fluss, das Kajak passt durch, aber der Kanadier eben nicht. Unser Sohn klettert auf den Baum und entfernt mit einer Säge erstmal die Äste, dann drücken, schieben und ziehen wir den Kanadier mit Mühe unter dem Baum durch. Der Fluss wird nun schneller mit einigen Schwällen. Wir sehen Angler. Mittagsrast machen wir an einem Laavu mitten im Sumpf an einer Bacheinmündung. Das Laavu ist kein Jahr alt, aber steht schon schief. Wer kommt auf die Idee eine Laavu dort hinzubauen? Außerdem sind die Mücken barbarisch. Wir beenden den Tag an der Karhulan Kota gegen 17 Uhr und nach 21 km Strecke. Die Kota liegt an einem Waldweg, dort steht auch ein Womo mit bayrischem Kennzeichen. Wir dachten erst die Leute sind weg, aber nein das Womo war besetzt. Diese Leute kamen weder an diesem Abend noch am nächsten Tag bis zu unserer Abfahrt aus ihrem Gefährt. Komische Menschen, ich hätte zumindest mal Hallo gesagt.
10.07. Der Kapsajoki wird nun immer breiter. Es gibt Schwellen und einige Koskis die aber alle harmlos sind. Die Sümpfe werden weniger und wir sind in einer Waldgegend. Mittag machen wir am Laavu Nyssäkosken, wo wir mit einem finnischen Fliegenfischer reden, der einzige Laavu übrigens den wir besucht haben, der kein Feuerholz hatte. Wir fahren an den ersten Sandbänken vorbei, sehen ein Kanu mit Vater und Sohn die angeln. Wir übernachten am Lavu Lintuleinen nach 25 km.
11.07. Der Fluss wird nun breiter auch mehren sich die Sandbänke. Auf einem machen wir Rast und angeln einen kleinen Hecht und eine Maräne. Nun sehen wir auch mehr und mehr Ferienhäuser am Ufer. Wir erreichen die Mündung des Kapsajoki in den Luokinen. Von hier sind es noch 21 km bis zum Laavu Lintulantien. Der Ausstieg hier ist nicht einfach, man muss alles im Sumpf am Ufer entladen, hier sind unsere Trockenanzüge Goldwert. Nun fängt es auch dauerhaft zu regnen an und es kühlt sich ab. Es waren heute 27 km. Wir angeln abends, ein großer Hecht versucht zweimal an den Haken zu kommen, leider nicht richtig.
12.07. Heute geht es auf dem bereiten gemächlich fließenden Luokinen bis zur Mündung in den Ounasjoki. Bei Levi machen wir Rast an dem wunderschönen alten Laavu Torpannivan. Das ist der offizielle Endpunkt der Tour nach 95 km. Dort treffen wir einen Finnen mit Mountainbike. Weiter geht es auf dem breiten Ounasjoki langsam voran obwohl einige Schwälle und Koskis auftauchen. Gegen 17 Uhr erreichen wir nach fast 30 km das Laavu am Vogelbeobachtungsturm in Kittilä. Da der Supermarkt nicht weit entfernt ist, holen wir noch etwas für den Grill. Heute paddeln wir fast 30 km. Abends als wir gerade alles einpacken, kommen ca. 8 Jungs ca. 14 Jahre alt mit Fahrrädern, entfachen das Feuer wieder und grillen Marshmallows. Der eine Junge mit italienischen Wurzeln kann ganz gut Englisch und es entwickelt sich ein lustiges Gespräch, da die Kiddies viele Fragen haben, z.B. ob wir mit den Booten aus Deutschland gekommen sind und was uns an Finnland am meisten gefällt. Gemeinsam ist unsere Vorliebe für die Mumins. Interessant war, dass sie alle die Schweden nicht mochten. Sie löschen dann das Feuer mit einem Eimer Wasser und es kehrt wieder Ruhe ein.
13.07. Es geht weiter auf dem Ounasjoki und es wird wärmer (24 grad), nun sind die Trockis definitiv von Nachteil. Ab und zu sehen wir Ferienhäuser, aber meistens ist es einsam und eine schöne Wald-Sumpflandschaft. Zum Glück haben wir den Wind nicht von vorne, das wäre beim trägen Ounasjoki eine Plackerei gewesen, es kommt ein richtiger Koski mit Felsen am Ufer und es geht flott voran bis zur Straßenbrücke von Kaukonen. Links ist eine Bootsrampe, wo wir ausbooten. Unser Auto steht 150 m entfernt. Dort ist keine schöne Campingstelle, aber am Ausstieg schon. Da dort ein Grundstück ist, fragen wir die Besitzerin, ob wir dort zelten dürfen, was kein Problem ist. Es waren heute 28 km und wir als Kanadierfahrer sind schon etwas down. Unser Sohn als Kajakfahrer war immer noch gut drauf. Einige Bemerkungen zum Pak Kayak Quest 150: Das Boot ist Spur treu und schnell, unser Sohn hatte früher das Puffin und damit einen guten Vergleich. Wir hatten zwar vorher noch eine Kielverstärkung aufgeklebt, die war aber fast wieder runter. Wir mussten mehrfach besonders am Anfang der Tour Löcher abdichten, speziell wo die Spanten sind. Es empfiehlt sich alle Spanten zu verstärken. Die untere Bootshaut ist dünn im Vergleich zum robusten Pakcanadier. Das Boot ist bestimmt perfekt für Seen aber Grundberührungen sollte man vermeiden. In der Nacht reißen auch noch einige Kammern meiner Isomatte, was zu einer unbequemen Nacht führte. Das ist schon die zweite Matte mit defekten Kammern und ich bin nicht mehr überzeugt, ob ich mir noch eine dritte dieser Bauart kaufen werde.
14.07. Nächsten Morgen stehen wir früh auf um das Auto vom Einsatzort zu holen. Insgesamt sind wir 140 km gepaddelt und die reine Paddelzeit war 26 Stunden. Ich habe einen GPX Track gemacht und wer Interesse hat, kann ich diesen gerne zur Verfügung stellen.
Fazit: Die Tour war insgesamt nicht schwer, keine Vergleich zum Ivalojoki und anderen, die wir schon gemacht haben. Am Anfang musste man schon aufmerksam sein, für unseren Sohn eher stellenweise langweilig, da die in den Beschreibungen aufgeführten Nivas und Koskis Level 1 und 2 eigentlich harmlos waren oder gar nicht vorhanden. Der Wasserstand war sehr gut. Die Trockis haben sich bewehrt besonders beim Ein- und Aussteigen an Steilufern mit sumpfigem Untergrund, beim Treideln und wegen der kühlen Temperaturen und Regen. Der ganze Sommer in Lappland war kühl und verregnet, wir waren später noch an unserem Lieblingssee Miekojärvi, dort war es ähnlich. Der Kapsajoki ist vermutlich nur Anglern bekannt. Es gibt hin und wieder Stellen, die per Auto erreichbar sind. Das Touristenbüro in Levi hat im letzten Jahr einige Laavus und Kotas bauen lassen, die waren kaum benutzt, mit Klo, Feuerstelle, Holz, selbst Äxte, Besen, Klopapier, Eimer etc. waren vorhanden. Das war für uns Luxus, hat man eigentlich sonst selten. Das Touristenbüro hatte uns sehr gute Infos vorab per Email geschickt und wir haben uns später bedankt, weil wirklich alles gestimmt hat.
Angeln war wenig erfolgreich, lag wieder mal an der fehlenden Zeit oder dass die Laavus nicht an den besten Angelstellen sind. Das Gewässer muss aber sehr fischreich sein, Fliegenfischen ist hier wirklich die erste Wahl an flachen Stellen.
Hier die Infos aus Levi
thank you for your message and great to hear that you are planning a self guided canoe trip on the Kapsajoki River. Since you already have experience from rivers like the Ounasjoki and Ivalojoki, you will find Kapsajoki to be a beautiful and slightly more remote wilderness route.
Access to Pyhäjärvi by car
The Kapsajoki route has six official starting/ending points that can be reached by car, though the road quality varies. The road to Pyhäjärvi is drivable with a normal car, but it is a narrow gravel road with uneven sections. Driving slowly and carefully is recommended.
Water levels and suitability for a loaded canoe
Kapsajoki is a natural wilderness river with class I–II rapids. The route is designed for touring paddlers, and in early July there is typically enough water to paddle from Pyhäjärvi all the way down to the Ounasjoki near Levi. As always in Lapland, water levels depend on the season, but July is generally reliable.
Rest areas and firewood
Along the river there are twelve official rest spots: eleven maintained by the Municipality of Kittilä and one by Metsähallitus. Most have a fireplace and a woodshed, but the amount of ready cut firewood can vary depending on recent use.
Water temperature
Even in July, the water in Kapsajoki stays cold because it is fed by Pyhäjärvi and clear headwater streams. Conditions are similar to the Ounasjoki and Ivalojoki. A dry suit is not mandatory, but it does increase safety and comfort, especially if you expect to run the rapids or spend long days on the water.
The last summer was extremely warm, and the temperature was +25 - +30 on July, so it really depends on the temperatures.
Fishing permits
To fish on Kapsajoki, you need the national fisheries management fee (kalastonhoitomaksu) and local permit.
2535 Kapsajoki permit includes the rights to fish in the river's state-owned waters north of the Köngäs-Pokka Road. The length of the permit area is approximately 30 km.
The lower section of Kapsajoki, from the Alalaen area downstream, belongs to the Sirkka–Köngäs fishing cooperative.
Here you can find more info and the map of the canoeing route.
Kapsajoki calls the water adventurer
Vilma Tiusanen
Matkailuneuvoja
Myllyjoentie 2
FI - 99130 Levi
Tel: +358 40 6261 086
vilma.tiusanen@visitlevi.fi
Wie immer für Finnland sind die Karten des Forstamtes erste Wahl.
Retkikartta - MetsähallitusFishing permits
#2 RE: Kapsajoki Finnland Juli 2026
Danke für den Bericht. Die Laavu-Infrastruktur ist ja bestens ausgebaut an der Strecke und anscheinend wird der Kanu-Wasserweg insgesamt wenig frequentiert. Klingt doch soweit schon mal gut und weiter über den Ounasjoki ist das eine ziemlich lange Paddelstrecke ohne Hindernisse. Schöne Fotos in der Galerie!
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