Elbe von Roßlau bis Magdeburg im Falter

19.05.2026 15:55 (zuletzt bearbeitet: 22.05.2026 21:23)
avatar  rené
#1 Elbe von Roßlau bis Magdeburg im Falter
re

Die erste Tour mit dem Pakcanoe
Ich hatte berichtet, dass ich mir für Solotouren ohne Auto ein Pakcanoe 150 mit Conversion-Kit gegönnt habe. Damit es gar nicht erst Staub ansetzt, habe ich übers verlängerte Wochenende gleich die erste Tour geplant und gemacht.
Im Vorfeld hatte ich das Boot noch zweimal aufgebaut, um etwas Routine zu bekommen und nicht am Ufer zu verzweifeln.
Anreise mit dem Regio bis Roßlau, dort sind es nur 5 Minuten bis zum Elbufer, in Dessau wären es 30 Minuten.
Ursprünglich ab Himmelfahrt geplant, habe ich mich kurzfristig umentschieden, erst am Freitag loszufahren, da ich keinen Bock auf paddeln im Regen hatte.
Wenn man allein mit dem Falter mit der Bahn unterwegs ist, muss man im Vorfeld genau überlegen, was man wirklich braucht und entsprechend packen. Ich hatte letztlich trotzdem noch viel zu viel bei.


Mein Geraffel

Der Aufbau war mit ca. 45 Minuten noch ganz okay.



Beladen war easy, man muss halt auf den richtigen Trimm achten und dass man diesen auch während der Fahrt leicht verändern kann.



Am Freitag war das Wetter kühl aber trocken und wenig Wind. Das kam mir ganz gut zu Pass, musste ich mich doch erstmal ans Boot gewöhnen. Bin dann grad am Anfang auch hinter den Buhnen ins Kehrwasser gefahren, was ziemlich entspannt funktionierte. Dank meiner mittigen Sitzposition dreht das Boot quasi fast von selbst rein. An dem Tag sind es 30 km geworden.
Am Nachmittag suchte ich dann nach einer schönen Stelle zum Übernachten. Die besten Stellen waren durch die Zelte von Anglern besetzt. Teilweise hatten diese regelrechte Zeltburgen errichtet. Bin dann ca. einen km hinter der Schiffsgaststätte Marie Gerda fündig geworden.
Nach einer, für meine Verhältnisse, eher ungewöhnlichen Dosenmahlzeit, welche auch gar nicht mal so gut war, hab ich mich dann recht bald in Morpheus Arme begeben.


Blick vom ersten Schlafplatz aus

Der Samstag gestaltete sich dann doch etwas anspruchsvoller, der Wind blies aus wechselnden Richtungen und in Böen deutlich stärker als angesagt.


Brücke vor Schönebeck nach dem Durchfahren

Als ich dann auf dem Rastplatz Henning in Schönebeck nach ca. 26 km ankam, war ich folgerichtig auch einigermaßen durch und ziemlich verspannt. Aber nach einer Currywurst vom Imbiss mit einem halben Liter Hopfenkaltschale und einer kalten Dusche (bei 17,50 für die Nacht, war ich nicht bereit nen weiteren Euro für 3 min Duschen auszugeben), sah die Welt schon deutlich freundlicher aus.


Zweiter Schlafplatz

Abends habe ich mich dann selbst mit Cuba Libre und einem schönen Buch verwöhnt. Das Leben ist eben doch eines der Schönsten…


braucht keine Erklärung

In der Nacht ist die Temperatur in den niedrigen einstelligen Bereich runter gegangen. Dadurch war das Zelt innen und außen recht feucht, was die Abreise etwas verzögert hat, da ich ungern das Zelt nass einpacke. Am Sonntag waren‘s eh nur noch 13 km.


Dom zu Magdeburg

Die Fahrt an der Domplatte vorbei, war unproblematisch. Die bis zu 50 cm hohen Wellen hat das Boot locker abgeritten.
Einen vernünftigen Ausstieg zu finden, war schon etwas schwieriger, da die dem Bahnhof zugewandte Seite durch eine hohe Ufermauer mehr oder weniger unzugänglich ist und auf der anderen Flussseite fast alles durch Baustellen gesperrt ist. Kurz vor dem Abzweig zur Zollelbe bin ich dann auf der linken Uferseite fündig geworden. Ich musste zwar etwas aufpassen, weil die Ufer in Großstädten teilweise mehr Glas enthalten als alles andere. Aber es ging dann ganz gut. Ich habe mich dann mit meinem Trolley durch die in Bahnhofsnähe immer dichter werdende Menschenmenge geschlängelt. Überall standen Fans des 1.FC Magdeburg im Weg. Unter der Brücke am Bahnhof skandierten die Ultras ihre „Fangesänge“(?). Da musste ich aber zu Glück nicht durch. Ein kurzer Blick zu Tante Google brachte die Erleuchtung; ich hatte mir ausgerechnet den Tag ausgesucht, an dem Magdeburg gegen Kaiserslautern spielen wollte.
Der Regio war, obwohl dort erst eingesetzt, schon 10 Minuten vor Abfahrt gerammelt voll, sodass ich mit einem Platz auf der Treppe vorliebnehmen musste, da ich mein Gepäck im Auge behalten wollte. Die Fahrt selbst verlief erlebnisarm, wenn man davon absieht, dass es immer noch voller wurde.
Aber schlussendlich kann ich sagen, dass das Boot meine Anforderungen erfüllt. Ich werde noch einige kleine Veränderungen vornehmen – Kantenschutz, besseren Sitz und so.
Auf jeden Fall werde ich solche Touren jetzt wohl öfter machen.


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20.05.2026 20:05 (zuletzt bearbeitet: 20.05.2026 20:06)
#2 RE: Elbe von Roßlau bis Magdeburg im Falter
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Interessanter Bericht, sind wir doch 2022 selber diese Strecke gepaddelt, und auch mit der Bahn angereist (nach Torgau). Wir übernachteten damals nicht 1km hinter, sondern direkt hinter der Marie-Gerda:


Der Zug auf unserer Rückfahrt war proppenvoll, da wir damals auf 9€-Ticket unterwegs waren, aber das ging alles ganz gut.

Was ist denn das für ein gelbes Gepäckstück in deinem Kahn?

( ͡° ͜ʖ ͡°)

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20.05.2026 21:07
avatar  rené
#3 RE: Elbe von Roßlau bis Magdeburg im Falter
re

Zitat von Spartaner im Beitrag #2
Was ist denn das für ein gelbes Gepäckstück in deinem Kahn?


Das ist ein konischer wasserdichter Behälter mit Schraubverschluss und Ventil, Hersteller Basic Designs Inc., drauf steht amphibigear.
Hatte ich vor Jahren mal zwei Stück gekauft und selten verwendet. Einen hab ich wieder verkauft und den übriggebliebenen nutze ich ein - zwei mal im Jahr, ausschließlich für Solotouren.
Hat beim Transport auch perfekt unter den Bootssack gepasst.
Passt gut vorn oder hinten ins Boot und durch den großen Schraubdeckel sind Schlafsack und Matte problemlos, trocken verstaut. Auch kleines Zeug was nicht gedrückt werden soll, ist darin gut aufgehoben.
Der Trangia passt leider nicht durch die Öffnung, dafür durfte der Primus Omnifuel mal wieder für Stimmung sorgen.


Die Terrasse der Marie Gerda war noch gut besetzt, da wollte ich nicht hin.


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