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Dieses Thema hat 17 Antworten
und wurde 2.106 mal aufgerufen
 Allgemeines Canadierforum
Seiten 1 | 2
Wolfgang Hölbling Offline




Beiträge: 2.916

05.07.2015 19:55
Wellen antworten

Im aktuellen Canoeroots interessiert mich ein Thema besonders:
Small Boat, Big Water - mit Expertentips.

Sie befassen sich mit Dünung und Wellen, empfehlen den Anfahrtswinkel von 45°, sowie das Fahren mit Schwung. Ebenso leicht hecklastigen Trim und ein Sprey Deck, als das beste Zubehör.

Dann noch das Thema Design: Kielsprung und Flare machen den Unterschied, bringen Spaß und Sicherheit. Tripping Canoes passen besser hierher als Rennboote.

Zuletzt der Hinweis auf Nautische Karten und der Tip: beobachte wo Wellen entstehen, sei vorbereitet.



In meinem Paddelumfeld habe ich es oft mit Wind, selten mit echten Wellen zu tun.
Aber hin und wieder doch:

Unerwartet in einem eigentlich bekannten Revier ( Beispiel Ossiachersee bei Südföhn: Da kann man am Nordostufer schön „Wellenreiten“. Besonders speziell: der Neusiedler See. Wer die Kanäle des Schilfgürtels verläßt, bekommt es schon bei mäßigem Wind, wegen der geringen Wassertiefe mit unangenehm steilen Wellen in schneller Frequenz zu tun.

..oder auf Reisen. Ich freue mich schon auf die Wellen der . . . W

http://www.canoebase.at/
http://www.swiftcanoe.eu/

Wolfgang Hölbling

Tiefwasser Offline




Beiträge: 94

05.07.2015 20:41
#2 RE: Wellen antworten

45° oder überhaupt schräg gegen die Wellen ist keine gute Strategie bei Tumblehome-Booten.

Troubadix Offline



Beiträge: 1.213

05.07.2015 23:33
#3 RE: Wellen antworten

Moin Wolfgang und Tiefwasser,
so ungefähr ist das sicher okay. Gerade Rümpfe sind nicht besonders toll, gepaart mit schlanken Enden untauglich bis gefährlich. Gute Seitenhöhe ist wichtig,Volumen in den Enden, gutes Vor und Achterdeck, besser noch mit Seitendecks und erhöhtem Süllrand.
Ohne Sprung funktionierts nur sehr mäßig, Flare wird überbewertet wenn es um "Wellen" geht. Das mit dem Tumblehome stimmt, es gibt Hersteller die ihn viel zu weit nach unten ziehen sonst ist er eigentlich völlig unproblematisch. Schwung kann genau so wie richtig auch vollkommener Blödsinn sein, das muss man von der Art der Wellen abhängig betrachten.
Will man Wellen am oberen Limit angehen sollten alle wichtigen Faktoren zusammentreffen sonst kann es schnell echte Probleme geben. Die Zuladung ist eigentlich das womit ich persönlich mehrfach (langsam steigende Lernkurve) in größere Probleme gekommen bin. Ohne probieren und ran tasten geht es also auch nicht wenn alles andere stimmt.
LG Jürgen

Andreas Schürmann Offline




Beiträge: 2.067

06.07.2015 08:29
#4 RE: Wellen antworten

Bei Wellen pauschal zu verallgemeinern erscheint mir wenig hilfreich. (wie: "Autos sind teuer", "Essen macht dick".)

Der "Standart" Canadier ist nicht gerade für "Wellen" gebaut.
Canadier mit reichlich Volumen vorn und hinten, einem drehfreudigen Bananenboden und festgehaltener Luft in allen Bereichen, deren Platz man nicht braucht zeigen schon eher in Richtung befahren von Wellen.
Eigentlich immer, geht das Konzept aber in Richtung Wildwasser, mit stehenden Wellen im Strom.

Fragen wie diagonal oder gerade durch die Welle, kann man sich ja nur dann stellen, wenn auch der Platz da ist.

Masse arme Boote (dazu zähle ich Canadier) verlieren im Anstieg, der Welle, jede Fahrt, ja laufen gar Rückwärts, tanzen dann oben auf dem Wellenberg herum, so dass man im Tandem die Paddel nicht ins Wasser bekommt, um dann fröhlich ins Wellental zu kippen, rasend Fahrt aufzunehmen und in die nächste Welle zu knallen. Das Szenario erlebt man schon bei einer nur 50cm Welle die durch Wind oder Tiefenänderung komprimiert ist.

Wellen sind so schrecklich kompliziert, 15° Windänderung, 20cm weniger Wassertiefe und Alles sieht ganz anders aus.
Wenn dann noch Strom dazu kommt, etwa auf Elbe und Rhein dann wird es lustig.

Richtig hübsch ist Alles was sich bricht (und die Dinger hoppeln nicht nur am Strand rum).
Ein von achtern anlaufender Brecher, der von einem Boenkragen getrieben wird, oben schön weiß (oder grün) und steil wie eine Wand, der tankt das Boot voll, einfach so - blupp und wech.

Ich habe schon die eine oder andere Welle mit dem Segelboot befahren und kenne hier Bereiche der Nordsee die ich niemals durchfahren möchte, schon gar nicht mit einem Canadier.

Boote sehen nicht zufällig so aus, wie sie aussehen. Stets hat sich das bessere durchgesetzt und erhalten.
Aber das beste Boot für den Yukon muss deshalb noch lange nicht auf der Nordsee gut sein.
Und jedes Revier hält Überraschungen parat, die Bergseen beeindrucken mich mit tückischen Wellen und Winden die ich so nicht kenne.

Mein persönlicher Rat wäre, "einfach nicht machen".
Hinsetzen angucken macht auch mal Spaß.

Ulme Offline




Beiträge: 793

09.07.2015 10:08
#5 RE: Wellen antworten

Zitat von Troubadix im Beitrag #3

...
Gerade Rümpfe sind nicht besonders toll, gepaart mit schlanken Enden untauglich bis gefährlich.
Gute Seitenhöhe ist wichtig, Volumen in den Enden, (gutes Vor und Achterdeck, besser noch mit Seitendecks) und erhöhtem Süllrand.
Ohne Sprung funktionierts nur sehr mäßig, Flare wird überbewertet wenn es um "Wellen" geht.
...
LG Jürgen


Hallo Jürgen, viele Grüße in den Norden!

Ein Rotweinthema.
Nachdem was du geschrieben hast (Klammern von mir, da dies in meinem Fall nicht zutrifft),
hätte John Winters den Winisk verkehrt konstruiert, da er all das hat, bzw. nicht hat (gute Seitenhöhe).
Trotzdem bescheinigt ihm nicht nur der Hersteller, sondern eine Menge von begeisterten Paddlern in den
englischsprachigen Foren eine tolle Seegängigkeit bei hoher Marschgeschwindigkeit.
Wie, oder bis zu welcher Welle er sich bei Verwendung von Spritzdecken oder gar Decks segeln ließe,
wäre ein mehr als interessanter Versuch.

Viele Grüße, ich verfolge deine Reisevorbereitungen mit Spannung!

---------

Ein Leben ohne Kanu ist möglich, aber sinnlos.

yo_eddie Offline




Beiträge: 124

09.07.2015 11:38
#6 RE: Wellen antworten

Einen wesentlichen Einfluss auf die Wellengängigkeit dürfte auch die Lastverteilung haben. Je mehr die Masse (nicht der Schwerpunkt) auf die Mitte eines Bootes konzentriert ist, umso leichter kann das Boot den Winkeländerungen seines Untergrundes folgen. Grund: Die Masse legt weniger vertikalen Weg zurück (für den sie beschleunigt werden müsste). Ein Boot mit viel Masse an den Enden wird also immer weiter in Wellen(täler) eintauchen, als ein Boot mit leichten Enden.

Peter_Will Offline



Beiträge: 108

09.07.2015 18:49
#7 RE: Wellen antworten

Denkfehler: Ein Canadier kann in der Regel nicht mittig knicken, daher ist es dem Wasser egal an welcher Stelle im Festrumpf das Gewicht sitzt.

Liebe Grüsse

Peter

Albert Offline



Beiträge: 241

09.07.2015 19:23
#8 RE: Wellen antworten

Denkfehler?
Nimm mal dein Fahrrad-Rad und mach ein 10 gr.Gewicht außen an der Speiche dann hebe das Rad hoch und beobachte.
Jetzt das 10 Gramm Gewicht so weit wie möchlich zur Mitte und das gleiche wiederholen.
Albert

yo_eddie Offline




Beiträge: 124

09.07.2015 22:12
#9 RE: Wellen antworten

Zitat von Peter_Will im Beitrag #7

Denkfehler: Ein Canadier kann in der Regel nicht mittig knicken, daher ist es dem Wasser egal an welcher Stelle im Festrumpf das Gewicht sitzt.



Ääähhh - nein! Geh mal zu einer Wippe. Du legst je einen Sack Zement auf die Enden und bewegst die Wippe. Geht trotz Gleichgewicht irgendwie schwer. Nun legst du die Säcke in die Mitte der Wippe. Na? Geht viel leichter. Und das liegt eben daran, dass du weniger Kraft für Beschleunigungsarbeit aufwenden musst. Der Schwerpunkt ist an der gleichen Stelle, die Masse ist auch gleich - aber sie liegt im Drehpunkt der Wippe und muss von daher viel weniger beschleunigt werden.

Und genauso wird ein Ende eines Bootes, in dem wenig Masse vorhanden ist, leichter von Wellen angehoben werden können, als ein schweres Ende. Ein leichter Bug schneidet also weniger weit in eine Welle ein, als ein schwerer Bug - auch bei gleicher Masse und gleichem Schwerpunkt des Bootes.


Gruß
Gerrit

Troubadix Offline



Beiträge: 1.213

09.07.2015 23:56
#10 RE: Wellen antworten

Moin Winiskversenker,

nicht Äpfel mit Birnen vergleichen! Der Winisk ist kein schlechtes Kanu nur weil er für mein Einsatzspektrum nicht passt. Natürlich kann man den bei Wellen gut paddeln und flott ist er auch, ebenso ist das Flare okay wobei ich es nur nicht für so entscheidend wichtig halte. John Winters hat den nicht als Schlechtwettertauglichen Canadier für ausschließlich großes Wasser gezeichnet sondern als flotten Tourer der Wellen verträgt. Wellen und Wellen können zweierlei Dinge sein. In dem Moment wo wir uns in den Bereich begeben wo Segelkanus und Seekajaks eigentlich für konstruiert sind hat ein Kanu wie der Winisk voll reisetauglich beladen nichts verloren und ähnliche von anderen Herstellern auch nicht. Deswegen hatte ich das Wort "Wellen" mit Anführungsstrichelchen versehen. Jedes Wildwasserkanu ist tauglicher für "Wellen" als ein Tourer und so lange von hoher Marschgeschwindigkeit bei Wellen im Zusammenhang mit Tourern gesprochen wird handelt es sich nicht wirklich um Wellen. Deck den Winisk mehr ein oder gib ihm mehr Seitenhöhe und sofort verschieben sich die Möglichkeiten. Mein Kanu muss ich auf meine Bedürfnisse ausrichten genau so wie viele andere auch, dazu halte ich es für nicht okay wenn die Werbung z.Bsp. Dinge verspricht ohne sie genügend zu relativieren. Um Paddler hier an der Küste und ein Stück darüber hinaus auf zu zählen die regelmäßig und überwiegend offenes Wasser mit den entsprechenden Bedingungen paddeln brauche ich nicht mal die Finger beider Hände, bin also in einer Mininiesche zu Hause und unter diesem Hintergrund solltest Du meine Aussagen bitte betrachten. Wenn du den Winisk etwas dichter machst wäre ich begeistert und warum sollte er sich nicht segeln lassen und dann vielleicht auch "Wellen" vertragen die man dann auch so bezeichnen darf ?

LG Jürgen

Troubadix Offline



Beiträge: 1.213

10.07.2015 00:38
#11 RE: Wellen antworten

Moin Yo eddi,
was du da anspricht hat mir früher in "Wellen" den meisten Ärger bereitet.
Es hört und fühlt sich völlig daneben an wenn ein Canadier mit ca. 1m Breite und zu viel Masse vorne gegen an zu einem Drittel frei über der Welle in der Luft hängend danach urplötzlich in das Wellental schlägt, wenn er dabei dann nicht auch noch unterschneidet hat der Paddler nichts weiter als Glück und viel Volumen. Nicht vergessen werden darf dabei dass der geschilderte Vorgang jedes mal einer Vollbremsung gleich kommt und man sich mehr entgegen der Fahrtrichtung vorwärts bewegt.
Anders herum hinten zu viel Gewicht ist in der Praxis genau so blöd, ausbrechen und quer gehen mit vollgetanktem Canadier durch den brechenden Wellenkamm sind die logische Folge.
Mittlerweile versuche ich schon etwas öfter taktisch zu planen und das voluminöseste Gepäck mit dem geringsten Gewicht in den Enden unter zu bringen und die schweren Sachen an beiden Seiten in der Mitte was sich einfacher anhört als es ist aber erfahrungsgemäß führt kein Weg daran vorbei wenn man über längere Strecken entspannt "Wellen" fahren möchte .

LG Jürgen

Ulme Offline




Beiträge: 793

10.07.2015 06:40
#12 RE: Wellen antworten

@ yo eddi: schön erklärt mit der Wippe und dem Gewicht!
@ Jürgen: auch alles am Punkt, vor allem der Satz mit der Werbung.
Grüße aus dem Binnenland

---------

Ein Leben ohne Kanu ist möglich, aber sinnlos.

Haubentaucher Offline



Beiträge: 204

12.07.2015 10:20
#13 RE: Wellen antworten

Canoe und Wellen (klick)

Donaumike Offline




Beiträge: 993

28.07.2016 15:37
#14 RE: Wellen antworten

Hallo,

hier mal ein aktuelles Bild von Wellen in der Strömung

Edit! Die größten Wellen waren nicht unter 150 cm, das Foto verharmlost..
Da wir meist auf Flüssen oder Seen unterwegs sind, helfen uns Monsterwellen vom Ozean auch nicht weiter.

Bericht folgt dazu in etwa drei Wochen bei den Bergtouren.

Schönen Paddelsommer...

Grüße von der Donau

Mike

elch62 Offline




Beiträge: 142

28.07.2016 16:29
#15 RE: Wellen antworten

Das Gatz Inuit Haida ist so ein Spezialkanu für hohe Wellen. Die Offshorecanoes sind halt eher Unbekannt in Europa.

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